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Tezos – es geht nur noch um die Technologie (finews.ch)

Tezos (21.08.2018)

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Vor einem Jahr wurde aus dem 232-Millionen-Dollar ICO von Tezos eine Schlammschlacht, welche die Krypto-Szene monatelang in Atem hielt. finews.ch weiss, wie es um das Projekt steht.

Ryan Jesperson, der PrĂ€sident der Schweizer Stiftung hinter Tezos fragte kĂŒrzlich in in ZĂŒrich einen Saal voller Zuhörer, wer von den Problemen des Projekts gehört habe. Jeder der Anwesenden hob die Hand.

Ryan Jesperson Tezos Stiftung
Ryan Jesperson Tezos Stiftung

Als Jesperson im Anschluss die Frage stellte, ob die Zuhörer auch wĂŒssten, was sich seitdem getan hat, meldete sich fast niemand.

«Viele Leute sagen, ‘ich habe nicht viel von Tezos gehört’ und das ist eigentlich sehr gut so», sagte Jesperson im gut gefĂŒllten Trust Square an der ZĂŒrcher Bahnhofstrasse. «Die Stiftung ist gut auf Kurs, wir haben uns auf die Technologie konzentriert und seitdem gab es einige wirklich unglaubliche Entwicklungen.»

Bei Tezos kehrt nun die Ruhe nach dem Sturm ein

Der 37-JÀhrige zog erst im April von Salt Lake City nach Zug. Zwei Monate davor war er zum PrÀsidenten der Tezos Stiftung ernannt worden.

Jesperson ist noch nicht sehr lange in der Krypto-Szene aktiv. Der ehemalige Spezialist fĂŒr Turnarounds im Gesundheitssektor begann sich erst letztes Jahr ĂŒber Blockchain und digitale Vermögenswerte zu informieren.

Er steht allerdings fĂŒr die «erwachsene» Seite von Tezos und hat den klaren Auftrag, wieder Ruhe in das Projekt zu bringen. Seine VorgĂ€nger bei der Stiftung hatten sich mit den BegrĂŒndern von Tezos, Arthur und Kathleen Breitman eine erbitterte Auseinandersetzung geliefert.

Der dreifache Vater Jesperson sagte, er sei gewĂ€hlt worden, um die bei Krypto-Startups ĂŒblichen Übertreibungen zu vermeiden. Stattdessen will er der Technologie zum Durchbruch verhelfen. «Wir haben uns auf die Technologie konzentriert. Letztlich ist alles andere irrelevant, wenn wir die Technologie nicht ausliefern können», sagte er mit der der ihm eigenen unerschĂŒtterlichen Ruhe.

Juristische Probleme

Diese HĂŒrde hat er genommen: Im September ging Tezos online. Falls das Netzwerk ohne Unterbrechungen fĂŒr drei Monate lĂ€uft, wird ein Verteilmechanismus ausgelöst, wie finews.ch schon letztes Jahr berichtet hat. Das bedeutet, dass den Breitmans noch vor Weihnachten ein Geldsegen ins Haus steht.

Was Jesperson ĂŒberspielt, ist dass die Breitmans, die Stiftung und mehrere andere Parteien immer noch bis zum Hals in Rechtsproblemen stecken: Gegen sie wurde in den USA eine Sammelklage angestrengt. Der Investor Tim Draper und Bitcoin Suisse, die Tezos beim ICO unter die Arme gegriffen hatten, wurden davon vor drei Monaten ausgeschlossen.

Die diplomatischen BemĂŒhungen des StiftungsprĂ€sidenten stehen im Kontrast zu klareren Ansagen der Breitmans. Die beiden erhielten das Projekt mit eigenen Mitteln am Leben, als letztes Jahr ein Streit zwischen dem Paar und dem damaligen StiftungsprĂ€sidenten Johann Gevers den Geldfluss unterbrach. Den beiden ist zu verdanken, dass Tezos ĂŒberhaupt zum Fliegen kam, wenn auch verspĂ€tet.

Sind «Tezzies» Wertpapiere?

Gevers, der GrĂŒnder des inzwischen gescheiterten Zahlungsverkehrs-Startup Monetas, trat im Februar als PrĂ€sident der Tezos Stiftung zurĂŒck. Angeblich soll er eine AbgangsentschĂ€digung von 400’000 Dollar bekommen haben. Das Geld kann er gut gebrauchen, auch Gevers ist Ziel der Klagen in den USA.

Die US-Gerichte haben noch nicht entschieden, ob der Tezos-Fall als Sammelklage zugelassen wird – das wĂ€re ein RĂŒckschlag fĂŒr das Projekt – und auch die Frage, ob die Tezzie-Token ein reguliertes Anlageinstrument sind, ist noch offen.

Selbst wenn die Frage der Sammelklage im Sinne der Tezos-Exponenten entschieden wird, «könnte das fĂŒr Tezos zum Nachteil werden, weil der Entscheid in anderen FĂ€llen gegen sie verwendet werden könnte. Auswirkungen könnte das auch auf die Möglichkeit haben, bei amerikanischen Kryptobörsen als Nicht-Wertpapier gehandelt zu werden», sagte Stephen Palley gegenĂŒber finews.ch.Der Anwalt aus Washington, D.C., ist Partner bei der Kanzlei Anderson Kill, wo er sich auf das Thema Blockchain und Krypto spezialisiert hat.

Die Tezos Fundation hat schon 35 Millionen Dollar verteilt

Der Abgang von Gevers ermöglichte eine VerjĂŒngung des Stiftungsrats unter Jesperson, der fĂŒr den Job mit Frau und Kindern aus Utah nach Zug zog. Wie er selbst sagt, hat er bereits die AusschĂŒttung von 35 Millionen Dollar an die Tezos-Community eingeleitet.

Diese Mittel sollen Tezos helfen, die LĂŒcke zwischen der Technologie und deren Anwendung in der realen Welt zu stopfen. Laut Jespersen will die Stiftung auch die eigenen Mittel breiter diversifizieren, um auch Fiat-WĂ€hrungen verfĂŒgbar zu haben – im ICO nahm Tezos vor allem Ether und Bitcoin ein. «Wir wollen diese Assets wirklich diversifizieren und nicht alles in Krypto halten. Darum sind wir gerade daran, eine Risiko-Diversifizierungsstrategie umzusetzen», sagte Jesperson.

Kann man ĂŒber Tezos also sagen, Ende gut, alles gut? Nicht ganz. Die Breitmans sind eindeutig mit Schlagseite aus dem Disput mit Gevers herausgekommen. «Die Schweizer GeschĂ€ftskultur ist ein Haufen Scheisse», zog Kathleen Breitman im Juni in einem Interview mit dem Magazin «Wired» vom Leder. Das Ehepaar beschrieb in diesem Artikel und in darauffolgenden Streitereien auf Twitter wie sie sich von der Nachrichtenagentur «Reuters» misshandelt fĂŒhlten. Diese hatte als erstes ĂŒber den Streit zwischen den Tezos-Exponenten berichtet.

«Cool as Fucking Cucumber»

Die beiden hielten sich auch mit Seitenhieben gegen Konkurrenten wie Charles Hoskinson nicht zurĂŒck. Dieser Ethereum-MitgrĂŒnder findet sich derzeit selbst in einem Konflikt um die Stiftung hinter Cardano, eine Kryptofirma, die er letztes Jahr grĂŒndete.

In einem weiteren Interview hat Kathleen Breitman letzten Monat erklĂ€rt, sie sei anderen gegenĂŒber wĂ€hrend der Krise um Tezos verdammt gelassen geblieben. «Cool as a fucking cucumber», wie sie es in ihrer Muttersprache formulierte. Derweil arbeitet sie an ihrem nĂ€chsten Projekt: Ein digitales Kartenspiel, vergleichbar etwa mit «Magic: The Gathering»

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